Caen ist die Hauptstadt des Départements Calvados und zählt fast 110.000 Einwohner. Sie wird als kulturelle und intellektuelle Hauptstadt der Normandie bezeichnet. Die Stadt weist eine lange Geschichte auf, die bis auf erste Siedler in der Eisenzeit zurückreicht. Durch Wilhelm den Eroberer erlangte Caen Mitte des 11. Jh. den Rang einer Stadt und wurde nach Bayeux zweite Hauptstadt der Normandie. Um den Papst wegen der als inzestuös betrachteten Heirat mit seiner entfernten Cousine Mathilde von Flandern milde zu stimmen, gründete er die beiden Abteien „Abbaye aux Hommes“ und „Abbaye aux Dames“ im Osten und Westen der Stadt.
Schon ab dem 12. Jh. brachte der Export des Bruchsteins „pierre de Caen“ einen gewissen Reichtum ein. Bis in das 20. Jh. wurde der Stein exportiert und selbst für den Bau der ersten New Yorker Wolkenkratzer verwendet. Die Universität von Caen, die bereits 1432 gegründet wurde, zählt zu den ältesten Universitäten Frankreichs.
Die späteren Jahrhunderte waren von Kriegen, Pestepidemien und der französischen Revolution geprägt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden 73% der Stadt bei den großen Bombardierungen der amerikanischen und britischen Alliierten zerstört. Bis 1963 wurde die Stadt wieder aufgebaut. Die großen Straßen, die das Zentrum einschließen, wurden dabei zumeist mit fünf-geschossigen Gebäuden aus dem „pierre de Caen“ bebaut.
Caens Innenstadt wird von einer großen Fußgängerzone mit einem sehr gemischten Einzelhandel geprägt. Es finden sich zahlreiche lokale Geschäfte, sowohl was regionale Lebensmittel, als auch Kunsthandwerk u. ä. betrifft. Die vielen Cafés und Restaurants mit ihren Außensitzplätzen laden zu Pausen vom Bummeln ein. Neben dem „Jardin des Plantes“ ist das Schloss von Caen ein schönes Erholungsziel. Zwar sind nur noch die Umfassungsmauern und die Kapelle der von Wilhelm dem Eroberer begründeten Anlage erhalten, jedoch befinden sich im Inneren großzügige Rasenflächen und viele Sitzgelegenheiten für Picknicks, ein Sonnenbad oder entspanntes Lesen. Hin und wieder finden sich sogar Musiker dort ein, die kostenlos mit mittelalterlicher Musik die Atmosphäre perfekt machen.

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